Mittwoch, 26. August 2015

Sturmgebeutelt in Thorsminde

Erstmal möchte ich mich für die vielen lieben Kommentare bedanken! Ich freue mich das ihr alle Spaß habt uns auf unserer Reise zu begleiten.

Die letzten Tage habe ich den Blog etwas vernachlässigt. Das liegt zum einen daran, dass wir nicht weiter gefahren sind und hier nicht so viel passiert ist,  zum anderen aber das mich ein Magen-Darm-Infekt erwischt hat und ich gestern und zum Teil auch heute eine gute Zeit einfach geschlafen habe. Aber es geht langsam wieder besser. Allerdings werden wir morgen noch pausieren und erst Freitag weiter fahren.

Montag konnten wir Ronja schön beim kiten und springen bewundern. Sie macht das inzwischen schon richtig gut.

Gestern ist der Wind dann komplett gedreht und kam richtig stürmisch und mit viel Regen vom Meer so dass es hier ein paar Vorzelte zerlegt hat. Unser Zelt trotzte dem Wind und Regen und ich habe wieder mal meinen guten Schlafsack genossen und das schlimmste Wetter einfach verschlafen.

Zur Zeit ist kräftiger Wind mit gelegentlich Regen. Mal gucken wie es weiter geht. Der Wind jetzt würde uns die Küste glatt hoch wehen ... ;-)

Montag, 24. August 2015

Durch den Wald zu Ronja Räubertochter ;-)

Heute wehte ein kräftiger ablandiger Wind in Hvide Sande und es waren viele Kiter und Surfer am Strand vom Rinkøbing Fjord. Wir wollten gut 50 km mit den Rädern fahren um zu Ronja nach Thorsminde zu kommen.
Es ging zunächst erstmal weiter an der Küste Holmsland Klit durch eine weite Dünenlandschaft und wieder über Kies- und Schotterwege Düne auf und ab. Wir fuhren an einem schönen weißen Leuchtturm vorbei und landeten in Søndervig. Von dort ging es über die Hauptstraße ein kurzes Stück Richtung Rinkøbing weiter. Fast wären wir an unserem kleinen Häuschen vorbei gefahren und wir haben aus der Ferne danach Ausschau gehalten. Leider ist die Straße die an unserem kleinen Häuschen vorbei führt aber eine reine Autostraße und wir wollen ja nicht schon wieder auf der Schnellstraße lang fahren, zumal das jetzt auch eine deutlich längere Strecke wäre. Daher fuhren wir ein kurzes Stück ins Landesinnere und bogen an einem Golfplatz ab. Es ging eine ganze Weile an diesem Golfplatz lang (meine Herren sind die Dinger groß!) und dann auf kleinen, wenig befahrenen Seitenstraßen weiter. Wir fühlten uns mal wieder allein auf dieser Welt.
Der Weg ging dann irgendwann in einen netten unbefestigten Wald- und Wiesenweg über, der leider wieder mal in einem Schotterweg endete. Wir fuhren durch ein Wildreservat, aber der einzige Wilde war der Fahrradfahrer vor mir ... ;-) Es war reichlich anstrengend so zu fahren, weil man den Lenker doch sehr gut halten muss. Ohne unsere dicken Reifen wäre das wohl nicht wirklich gegangen mit dem ganzen Kram auf den Rädern.
Wir waren jedenfalls erleichtert als wir nach Vedersø Klit kamen und erstmal die Straßenverhältnisse wieder besser wurden. Kurze Zeit später fuhren wir durch die Husby Klitplantage durch einen lichten Mischwald und viel Heidekraut und Dünen. Aber wir wollten ja zu Ronja Räubertochter und da mussten wir auch noch durch einen hohen dunklen Wald, auch wunderschön.
Ich glaube, die schönen Gerüche auf diesen ganzen Touren werde ich nie vergessen. Ich weiß gar nicht welche Kombi mir besser gefällt, Heidekraut, Dünengras und Heckenrosen oder Heidekraut und Tanne. Aber ich glaube erstes, weil ich da immer an Dänemark denke.
Hinter Bjerghuse kamen wir dann zum Nissum Fjord und von da war es dann nur noch ein Katzensprung zu Ronja. Sie hatte leider schon aufgehört zu kiten, aber das sehen wir hoffentlich in den nächsten Tagen noch. Fröhlich kam sie uns entgegen gerannt. :-)

Sonntag, 23. August 2015

Krabben satt in Hvide Sande

Blåvand lag nicht auf der Route des Nordseeküstenradwegs. Also hatten wir wieder mal die Wahl ein gutes Stück zurück fahren oder einen anderen Weg einzuschlagen. Zurück fahren ist eher nicht so unser Ding und so führte uns unser Weg durch militärisches Sperrgebiet. Keine Sorge,  wir hatten uns erkundigt, bei geöffneter Schranke dürfen Fahrradfahrer das Gebiet befahren, aber nur die Wege! 
Die Schranke war offen und so fuhren wir durch das Sperrgebiet. Dünen,  Heide,  Wäldchen wie immer, bloß rechts und links immer wieder die Warnschilder  den Weg nicht zu verlassen: Explosionsgefahr,  Schießübungen,  ...
Später fuhren wir durch die Blåbjerg Klitplantage. Dort gibt es die 67 Meter hohe Blabjerg Düne von der man eine gute Aussicht hat. Also sind wir mit unseren voll bepackten Fahrrädern den Berg hoch. Eine ziemliche Ackerei! Aber der Ausblick war wirklich schön. Der letzte Aufstieg war dann über eine Treppe wo Micha und ich auch noch Wettrennen gemacht haben. :-)
Am Fuß der Treppe war ein Rastplatz mit Tisch und Bänken. Dort machten wir erstmal Pause und entdeckten dadurch eine bei den Dänen anscheinend beliebte Freizeitbeschäftigung. Ganze Familien waren dort auf dem Berg mit engen Radklamotten, Helmen und Mountain Bikes unterwegs. Da waren die Großeltern, die Eltern, Jugendliche und aber auch noch kleinere Kinder. 
Relativ schnell gelangten wir nach Nymindegab. Von dort waren es über den Radweg noch 26 km nach Hvide Sande. Der Weg führte mitten durch die Dünenlandschaft Bjerregård. Eine wunderschöne Landschaft mit Blick auf das Meer oder den Fjord je nachdem in welche Richtung man guckt. Der Radweg verläuft teilweise auf gekiesten Wegen,  teils auf Schotter und entsprechend den Dünen immer rauf und runter. Hat viel Spaß gemacht die Strecke zu fahren undso kamen wir problemlos nach Hvide Sande. Über 60 km von Blåvand bis hier her. Unsere bisher längste Strecke!
Am Abend gab es ein Kilo Krabben!   Lecker!  :-)

Freitag, 21. August 2015

Schöne Erinnerungen

Heute sind wir von Fanø nach Blåvand gefahren. Das Wetter war schön und es gab eigentlich keine Probleme.

Wir sind mit der Fähre nach Esbjerg übergesetzt und dann haben wir uns am Ortsrand von Esbjerg die Skulpturen "Der Mensch am Meer" angesehen. Dort wurden wir von zwei Dänen auf unsere Fahrradtaschen angesprochen. Sie kamen gerade mit den Fahrrädern von Skagen und waren erst seit Dienstag unterwegs! So schnell geht das auch! Wow! Aber wir machen lieber weiter wie bisher. So eilig haben wir es glücklicherweise nicht.

Wir sind heute eine sehr schöne Strecke gefahren mit vielen kleinen Seen,  Heidekraut und Wäldern. Zwischendurch haben wir an einem Teich Rast gemacht. Gegenüber war eine Kuhweide und ganz viele Kühe standen einfach bis zum Bauch im Wasser und bewegten sich gar nicht. Das sah lustig aus.

Trotz vieler kleiner Steigungen am Ende und wieder mal Gegenwind kamen wir schon relativ früh in Blåvand an. Viele Erinnerungen kamen hoch. So viele schöne Urlaube mit den Kindern hatten wir hier verbracht. :-)

Es ist einfach immer wieder schön hier, aber zur Zeit deutlich voller als wir es gewöhnt sind. Zur Feier des Tages haben wir leckeren dänischen Kuchen gegessen und später frischen Lachs gegrillt. Man gönnt sich ja sonst nichts.  :-)

Donnerstag, 20. August 2015

Autobahn am Strand

Heute sind wir erst spät los weil Micha neue Mäntel für sein Rad gekauft und gleich montiert hat. Erst um kurz vor 12 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht.

Erstmal ging es eine Strecke wieder zurück zum Deich und dann wieder weiter am Deich lang. Plötzlich war kein Radweg mehr da und stattdessen eine Baustelle. Die Brücke über einen Fluss wurde neu gebaut und eigentlich war der Weg nicht befahrbar. Eigentlich ...

Wir fragten die Bauarbeiter was wir tun können. Eine Möglichkeit wäre ein weiter Umweg über eine große Straße gewesen. Die andere Möglichkeit war die schmale Behelfsbrücke der Bauarbeiter. Dafür mussten wir erstmal mit den Rädern über einen kleinen Zaun mit Stacheldraht klettern. Anschließend merkten wir aber recht schnell,  dass die Behelfsbrücke nur knapp einen halben Meter breit war. Also mussten wir die Fahrräder entladen und alles auf die andere Seite tragen, sogar die Fahrräder. Dort ging es noch eine steile Böschung hinab und dann konnten wir die Räder wieder beladen und weiter fahren.

Kurze Zeit später kam die Sonne heraus und ich musste wieder an den Drehscheibenplatz denken. Würde er sich jetzt mit einem großen Ruck zur Sonne ausrichten das die Leute auf dem Platz aufpassen mussten nicht herunter zu fallen?  Vermutlich eher nicht aber die Vorstellung fand ich sehr lustig.

Später hatten wir noch ein nettes Gespräch mit einem dänischen Paar das gerade mit dem Fahrrad nach Ribe unterwegs war. Beim Radwandern lernt man immer viele nette Leute kennen!

Kurz vor Esbjerg führte unsere Karte uns in die Irre. Wir hatten wieder die Wahl ein großes Stück zurück zu fahren,  über eine Böschung und ein paar Bahngleise zu klettern oder die daneben liegende Brücke zu überqueren. Die war aber als Schnellstraße deklariert. Aber es war fast kein Verkehr. Also sind wir schnell über die Brücke weil es ja eine Schnellstraße gewesen ist. Überholt hat uns niemand und der einzige entgegen kommende Verkehr war auch ein Radfahrer.  ;-)

Kurz danach landeten wir in Esbjerg und wir setzten mit der Fähre nach Fanø über. Dort ist eine kleine im Hafen liegende Sandbank wo einige Robben die Sonne genossen. Wir wollten nach Rindby Strand und dort auf einen Platz dicht am Meer. Wir fuhren durch Fanø Bad und wollten der Straße weiter folgen. Sie führte durch Dünen direkt auf den Strand. Und dann sahen wir,  dass die Straße einfach direkt auf dem Strand weiter ging. Ein extrem breiter,  mehr als 10 km langer Sandstrand, völlig flach und hart wie Asphalt. Natürlich wurde er auch fleißig befahren. Wir haben sogar eine Bushaltestelle gesehen.

Nach Zelt aufbauen und in die Nordsee hüpfen haben wir mit den jetzt nicht bepackten Fahrrädern noch eine Inselumrundung gemacht. Das waren noch mal ca. 20 km. Die Insel ist toll!  Schöner Strand,  flach abfallend, nette kleine Ferienhäuschen und mitten auf der Insel eine schöne Dünenlandschaft wieder mit viel blühendem Heidekraut und ein kleines Wäldchen. Tolle Insel um wieder zu kommen! Danke Gabi für den tollen Tipp! :-)

Unglaublich aber wahr

Ich bin noch auf dem Campingplatz bei Ribe weil Micha noch zum Fahrradladen wollte um sich neue Mäntel zu kaufen.

Die Zeit habe ich genutzt um mir anzugucken was ich nicht glauben wollte. Es gibt auf diesem Platz Drehscheibenplätze! Dieser Platz richtet sich immer automatisch nach der Sonne aus. Ich habe extra ein Foto gemacht, sonst glaubt mir das ja niemand.  :-)

Mittwoch, 19. August 2015

Der Mond ist schuld ;-)

Heute sind wir bei bedecktem Himmel von Rømø gestartet. Wir mussten als erstes den Damm von der Insel auf das Festland bewältigen. Das bedeutete 10 km Radstreifen direkt an der Straße. Glücklicherweise ist die Straße nicht ganz so stark befahren wie die Hauptstraße auf Sylt! Aber anstrengend war es trotzdem. 

Danach konnten wir auf einen wunderschönen Weg durch Felder und Wiesen abbiegen. Das war viel besser! Ausserdem kam auch die Sonne raus. Wir machten uns auf den Weg nach Mandø, wollten aber noch auf einen Abstecher nach Ribe. 

Unterwegs hatten wir ein sehr nettes Gespräch mit einem anderen Radfahrer. Er fragte nach dem Weg nach Rømø und dann hat er wissen wollen wohin wir unterwegs sind. Er fand es toll,  dass wir nach Skagen wollen. Wir fragten wo er her käme. Er war von Bremen gestartet über Polen und das Baltikum nach Finnland gefahren und dann bis 200 km südlich vom Nordkap. Nun war er auf dem Rückweg und hatte fast 6000 km hinter sich!  :-0

Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks und auch wirklich sehr sehenswert mit einem schönen alten Stadtkern. Wir schlenderten ein Weilchen durch die Gassen und machten uns dann auf den Weg nach Mandø. Wir wollten dort auf dem Campingplatz übernachten.  Dafür mussten wir 10 km fast zurück fahren. Um zu der Insel zu gelangen,  sollten Fahrradfahrer einen Traktor-Bus benutzen. Es gibt einen Damm zur Insel,  der aber nur bei Ebbe benutzbar ist. Leider kamen wir mit Beginn der Flut dort an. Also konnten wir nicht auf die Insel und ich war enttäuscht. Ich hatte mich doch sehr auf diese Insel gefreut. Ein anderes Mal! 

Der nächste Campingplatz war in Ribe. Diesmal sind wir wenigstens einen schöneren Weg direkt hinter dem Deich lang gefahren und konnten so wenigstens einen Blick auf Mandø und den im Wasser verschwindenden Damm werfen. Wir fuhren an Schafherden und Kühen vorbei durch eine wunderschöne Schilflandschaft, Wiesen und Felder und wurden von Libellen und Schmetterlingen begleitet. 

Als wir dann auf einer wenig befahrenen Straße landeten hatte Micha auch noch einen Platten. Zum Glück hat er Ersatz-Schläuche dabei!