Wir fahren mit dem Fahrrad von Sylt bis nach Skagen, die ganze Westküste von Dänemark lang.
Montag, 31. August 2015
Caféta Morgana
Sonntag, 30. August 2015
Die Kräuterhexe schlägt zurück
Samstag, 29. August 2015
Wider erwarten Höhen und Tiefen
Heute ging es endlich richtig in den Nationalpark Thy rein. Eine sehr abwechslungsreiche Landschaft erwartete uns. Helle lichte Mischwälder, dunkle Wälder die dann plötzlich endeten und in eine mit Heidekraut bewachsene Dünenlandschaft übergingen, hohe Dünen, weite Strände, kleine Seen, ...
Zwischendurch haben wir in Stenbjerg Rast gemacht. Dort gibt es den Stenbjerg Landingplads, am Meer stehende kleine Geräteschuppen, Lagerhäuser und Fischerboote die am Strand liegen.
Dort musste ich gleich mal eine Meerdusche nehmen. Richtig zu schwimmen habe ich mich hier nicht getraut. Die Wellen waren doch recht hoch, der Strand fiel gleich steil ab und es war ein kräftiger Sog.
Auch der Ort Nørre Vorupør hat uns sehr gut gefallen. Dort waren dann auch schon die ersten Kiter und Surfer auf dem Meer zu sehen weil eine Landspitze für ruhiges Wasser dahinter sorgte.
Weiter ging es ziemlich viel bergauf und bergab, teilweise mit kräftigem Gegenwind durch die Nystrup Klitplantage nach Klitmøller.
Ich war ziemlich platt als wir hier ankamen und erstmal nicht sofort den Campingplatz fanden. Aber jetzt haben wir einen schönen Platz und haben uns Cold Hawaii wie es auch genannt wird, das Surfmekka des Nordens auch schon angeguckt. Hier gibt es anscheinend noch mehr Surfer als Kiter.
Eben sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Wir haben auf dem letzten Campingplatz in Agger drei nette Dänen in unserem Alter kennen gelernt die mit sehr großen Wanderrucksäcken in die gleiche Richtung unterwegs waren. Sie wollten versuchen bis nach Nørre Vorupør zu wandern, was mit 40 km schon erstaunlich gewesen wäre. Jetzt waren sie in Klitmøller wo ich das schon mit dem Fahrrad anstrengend fand? ! Sie haben mich dann aber wieder beruhigt. Sie waren 20 km gewandert und haben sich dann im Auto mitnehmen lassen. :-)
Endlich geht's wieder weiter
Heute haben wir uns von Ronja verabschiedet und endlich geht es jetzt weiter mit unserer Tour.
Zuerst sind wir auf der Landstraße von Thorsminde Richtung Thyborøn gefahren. Das ging ganz gut weil die Straße oberhalb von Thorsminde nicht so stark befahren ist. Nach ca. 8 Kilometern ging es dann ab über die Dörfer und leicht bergauf den Bovling Klit entlang. Der höchste Punkt der Steilküste ist der Bovbjerg Fyr ein roter Leuchtturm. Die Aussicht war wieder super. Wir waren vor drei Jahren mit Ronja schon mal hier.
Danach ging es dann erstmal eine Weile bergab durch Felder und an kleinen Seen vorbei.
Ich hatte die ganze Zeit etwas besorgt an die Gegend vor Thyborøn gedacht weil ich von vor drei Jahren den Eindruck hatte das dort nur die Straße hin führt. Das erwies sich glücklicherweise als Irrtum. Ein richtig guter Radweg führte durch den Anfang des Nationalparks Thy der sich bis nach Hanstholm erstreckt.
Wir fuhren auf einem Damm nur für Fahrradfahrer und Fußgänger. Links von uns ein weiter Schilfgürtel bis zu den Dünen, rechts Wiesen, Kuhweiden und ein Flüsschen. Herrlich!
In Thyborøn wurde die Fähre gerade beladen und wir sind gleich mit gefahren. Die Fähre fährt Richtung Agger, hält aber schon an der vorgelagerten Landzunge und schmeißt die Passagiere wieder raus.
Von dort sind wir dann noch die Landzunge knapp 10 Kilometer entlang geradelt. Eine ähnliche Landschaft wie vor Thyborøn, bloß das jetzt rechts der Limfjord liegt auf dem übrigens fleißig gekitet wurde.
Am Ende landeten wir in Agger und haben hier unser Zelt aufgeschlagen.
Diesen Post habe ich erst heute Nachmittag veröffentlichen können, weil das Netz in Agger und unterwegs so lahm war. Hier in Klitmøller gibt es sehr flottes Vlan und da ging es endlich. Tut mir leid das ihr warten musstet!
Freitag, 28. August 2015
Der ältere Mann der nicht gerettet werden wollte
Schon wieder eine aufregende Nacht!
Wir lagen in unserem Zelt, Micha schlief schon. Ich hatte noch ein Weilchen gelesen und machte so gegen 22 Uhr mein Kindle zu. Kurz danach fuhr ziemlich flott ein Auto auf dem Weg an uns vorbei. Ich wunderte mich etwas. Ab 21 Uhr ist der Platz eigentlich zu und soll nicht mehr befahren werden und außerdem ist die Geschwindigkeit auf maximal 20 km in der Stunde beschränkt. Der Besitzer des Platzes ist da normalerweise ziemlich pingelig und hat schon einigen Leuten mit Platzverweis gedroht.
Nun ist bestimmt Ruhe und ich schloss die Augen wieder. Etwas später fuhren wieder zwei Autos an uns vorbei. So langsam hatte ich den Eindruck versehentlich an einer Schnellstraße zu nächtigen und brubbelte etwas rum. :-)
Aber ich bin ja ein friedlicher Mensch und machte wieder die Augen zu. Kurze Zeit später fuhren noch mal zwei Fahrzeuge zügig uns vorbei. Eins richtete auch noch die Scheinwerfer auf uns. Was war hier denn plötzlich los? Hatte der Besitzer des Platzes heute Ausgang und alle wussten es und nutzten es aus?
Ich pellte mich aus meinem Schlafsack und krabbelte aus dem Zelt. Kaum war ich draußen fiel mir die Kinnlade vor Verblüffung herunter. Auf der Kiterwiese, recht dicht am Wasser standen die ganzen Autos: Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Wasserrettung! Sogar ein großer Lkw der Feuerwehr mit Technik war angerückt und hatte für die Festbeleuchtung gesorgt. Hinten auf dem Fjord sah ich ein Motorboot kreisen.
Ronja stand mit ihren Freunden und kam gleich zu mir geflitzt. Ein älterer Mann musste wegen einem Gewitter so gegen 19 Uhr sein Board im Fjord zurück lassen und hatte sich nach dem Gewitter mit einem SUP (diese Surfbretter auf denen man stehend paddeln kann) auf die Suche nach seinem Board gemacht. Er war nicht zurück gekommen. Darum die ganze Aufregung.
In dem Moment wo ich aus dem Zelt gekommen war löste sich aber die Sorge schon auf. Der Mann war da anscheinend gerade zurück gekommen, wunderte sich auch was da los ist und ging an dem ganzen Rettungspersonal vorbei weil er nicht stören wollte. ;-)
Donnerstag, 27. August 2015
Wasserbett ohne Aufpreis
Letzte Nacht gab es ein Gewitter mit sehr viel Regen. Als der Regen in der Nacht aufgehört hatte und ich noch mal raus wollte freute ich mich schon, dass meine Schlafanzughose nur knapp über das Knie reichte und ich Badelatschen an hatte. Die Kiterwiese war mit vielen tiefen Pfützen übersät. Unser Zelt stand glücklicherweise aber im trockenen!
In den Morgenstunden ging es noch mal genau so heftig oder noch stärker los. Wir waren begeistert von der Dichtigkeit unseres Zeltes. Wir waren trocken und warm untergebracht.
Als wir richtig wach wurden stellten wir fest, dass unsere Isomatten und damit das ganze Zelt inzwischen in einem Wasserbett lagen. Das Zelt hat uns trotzdem trocken gehalten!
Wir sind jetzt mit dem Zelt noch mal umgezogen und laufen heute den ganzen Tag mit Badelatschen. :-)
Eben haben wir einen schönen Spaziergang am Meer gemacht. Mir geht es wieder gut und morgen wollen wir weiter.
Mittwoch, 26. August 2015
Sturmgebeutelt in Thorsminde
Erstmal möchte ich mich für die vielen lieben Kommentare bedanken! Ich freue mich das ihr alle Spaß habt uns auf unserer Reise zu begleiten.
Die letzten Tage habe ich den Blog etwas vernachlässigt. Das liegt zum einen daran, dass wir nicht weiter gefahren sind und hier nicht so viel passiert ist, zum anderen aber das mich ein Magen-Darm-Infekt erwischt hat und ich gestern und zum Teil auch heute eine gute Zeit einfach geschlafen habe. Aber es geht langsam wieder besser. Allerdings werden wir morgen noch pausieren und erst Freitag weiter fahren.
Montag konnten wir Ronja schön beim kiten und springen bewundern. Sie macht das inzwischen schon richtig gut.
Gestern ist der Wind dann komplett gedreht und kam richtig stürmisch und mit viel Regen vom Meer so dass es hier ein paar Vorzelte zerlegt hat. Unser Zelt trotzte dem Wind und Regen und ich habe wieder mal meinen guten Schlafsack genossen und das schlimmste Wetter einfach verschlafen.
Zur Zeit ist kräftiger Wind mit gelegentlich Regen. Mal gucken wie es weiter geht. Der Wind jetzt würde uns die Küste glatt hoch wehen ... ;-)